Rezept Küchenzeit

Allerheiligenstriezel

Butterstriezel zu Allerheiligen: weich, golden, einfach

Draußen wird es früh dunkel. Der Nebel hängt in den Wiesen, die Blätter liegen nass im Gras. Und drinnen? Drinnen duftet es nach Butter, Zitrone und warmer Hefe. Zu Allerheiligen gehört der Striezel für mich einfach dazu.

In Österreich, vor allem in ländlichen Gebieten ist das ein alter Brauch: Rund um den 1. und 2. November schenken die Taufpaten ihren Patenkindern einen Striezel. Je nach Region heißt er Allerheiligenstriezel, Allerseelenzopf oder einfach Heiligenstriezel.

Geflochten wird der Striezel ganz unterschiedlich. Es gibt ihn mit drei, vier oder sechs Strängen, als dicken Zopf oder als Kranz. Manche legen einen kleinen Zopf oben auf einen großen. Bei der lieben Angelika von Vienna-Sunday-kitchen findest du zum Beispiel eine tolle Anleitung, falls du einen 6er Zopf flechten möchtest. Bei mir ist er ganz einfach geflochten, mit drei Strängen. Er ist schlicht, ein einfacher Zopf, und genau das macht ihn so schön.

Zopf flechten

So backe ich den Butterstriezel

Spring gleich zum Rezept

Zuerst mische ich Mehl, Trockengerm, Zucker und ein wenig Zitronenschale in einer großen Schüssel. Hast du frische Germ, löst du sie vorher mit einem Löffel Zucker in der lauwarmen Milch auf. Dann kommen Milch, Ei, weiche Butter und eine Prise Salz dazu.

Jetzt wird geknetet, 8 bis 10 Minuten lang. Der Teig soll glatt und weich werden und sich von der Schüssel lösen. Rosinen kommen bei uns übrigens keine hinein. Die Mehrheit der Familie hat sich dagegen ausgesprochen. 😉 Du darfst natürlich anders entscheiden und sie jetzt unterkneten.

Dann darf der Teig ruhen. Ich decke ihn zu und stelle ihn an einen warmen Platz, etwa eine Stunde lang, bis er fast doppelt so groß ist. Das ist mein liebster Moment: Du kannst dir einen Tee kochen, und die Küche wird ganz still.

Teig in 3 Teile

Danach teile ich den Teig in drei gleich große Stücke und rolle jedes zu einem langen Strang. Daraus flechte ich einen ganz einfachen Zopf. Die Enden drücke ich gut zusammen und schlage sie unter. Der Zopf kommt auf ein Blech mit Backpapier und darf noch einmal 30 bis 40 Minuten gehen.

mit Ei bestreichen

Zum Schluss bestreiche ich ihn mit Eigelb, das ich mit etwas Milch verrührt habe, und streue Hagelzucker darüber. Im Ofen backt er bei 180 °C Ober-/Unterhitze (Umluft 160 °C) 30 bis 35 Minuten, bis er goldbraun ist.

Dann heißt es kurz warten, auf dem Gitter, wenn du es aushältst. Und dann schneidest du ihn noch lauwarm an und streichst Butter darauf.

    Germteig ohne Stress

     meine Küchenzeit- Tipps

    Lauwarm ist genau richtig.
    Die Milch soll sich auf dem Handgelenk angenehm warm anfühlen, etwa 35 °C. Zu heiß, und die Hefe gibt auf.

    Geduld statt Hektik.
    Der Teig braucht Zeit, und sie zahlt sich aus. Lieber ein paar Minuten länger gehen lassen als zu früh backen.

    Kalte Küche?
    Dann stell die Schüssel ins Backrohr, nur mit eingeschaltetem Licht. Oder stell sie in die Nähe eines warmen Ofens oder Heizkörpers. Zugluft mag der Teig nicht.

    Der Fingertest
    Drück einen Finger leicht in den Teig. Federt die Delle langsam zurück, ist er bereit.

    Ein weicher Teig ist ein guter Teig.
    Er darf leicht kleben. Zu viel Mehl macht den Striezel später trocken.

    Frische Germ oder Trockengerm?
    Beides funktioniert. Frische Germ schmeckt für mich ein bisschen runder, Trockengerm ist praktischer.

    Wärme von innen: ein kleiner Blick in die TCM

    In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist der Herbst die Zeit des Rückzugs. Die Natur zieht ihre Kraft nach innen, und wir dürfen es ihr gleichtun. Wir bleiben länger zu Hause, zünden Kerzen an und essen warm und gekocht statt kalt und roh.

    Die Mitte, also Magen und Milz, mag es in dieser Zeit besonders gern warm und weich. Ein Stück Hefegebäck mit einer guten Tasse Tee passt wunderbar dazu. Die milde Süße darf nähren, und das Backen selbst wärmt schon die ganze Wohnung.

    Nimm dir für diesen Striezel Zeit. Gönn dir das Kneten, das Warten und den Duft, der durch die Küche zieht. Das ist Herbst, wie er sich gut anfühlt.

    Wie backst du deinen Striezel, mit oder ohne Rosinen? Schreib es mir gern in die Kommentare oder auf Instagram.

    Butterstriezel

    Butterstriezel

    Küchenzeit

    weich, golden, einfach

    Total Time 4 hours
    Course Süßer Genuss
    Cuisine österreichisch

    Ingredients
      

    • 500 g Weizenmehl/Dinkelmehl glatt, Type 480 oder 700
    • 7 g 1 Pkg. Trockengerm oder 21g frische Germ
    • 200 ml Milch lauwarm
    • 60 g Zucker
    • 80 g Butter weich
    • 1 Ei
    • 1 Prise Salz

    optional

    • 1 Zitronenschale
    • 100 g Rosinen

    zum Bestreichen

    • 1 Eigelb
    • 1 EL Milch

    Instructions
     

    • Mehl, Trockengerm, Zucker (und Zitronenschale) in einer großen Schüssel vermischen. Bei frischer Germ löst du sie zuerst in der lauwarmen Milch mit einem Löffel Zucker auf.
    • Lauwarme Milch, Ei, weiche Butter und Salz dazugeben. 8 bis 10 Minuten kneten, bis ein glatter, weicher Teig entsteht, der sich von der Schüssel löst.
    • Rosinen unterkneten (optional)
    • Zugedeckt an einem warmen Platz etwa 1 Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen fast verdoppelt hat.
    • Teig in 3 gleich große Stücke teilen und zu langen Strängen rollen. Zu einem Zopf flechten, Enden gut zusammendrücken und unterschlagen.
    • Auf ein Blech mit Backpapier legen und weitere 30 bis 40 Minuten gehen lassen.
    • Eigelb mit Milch verrühren, den Striezel damit bestreichen.
    • Bei 180 °C Ober-/Unterhitze (Umluft 160 °C) 30 bis 35 Minuten goldbraun backen.

    Lasst es euch gut schmecken!


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